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Start der Dreharbeiten zu "Die andere Heimat" im April 2012

03. 04. 2022

Das Filmdorf Gehlweiler (Schabbach)

                                        von Heribert Dämgen

 

Warum gerade Gehlweiler?

 

Als Edgar Reitz gemeinsam mit Peter Steinbach im Nachbarort Woppenroth  das Drehbuch für  „Heimat“, eine Chronik in elf Teilen schrieb und es um das Aussuchen geeigneter Drehorte ging, hatte er ein Hunsrücker Schmiedegehöft in U- oder Hufeisenform gesucht. So ein altes Gehöft  fand  Reitz dann hier in Gehlweiler, und kam infolgedessen 1981 zusammen mit dem damaligen Kamermann Gernot Roll, dem Ausstatter Franz Bauer und der Produktionsleiterin Inge Richter zu uns nach Gehlweiler. Zu dieser Zeit lebten noch meine Schwiegermutter, meine Frau, meine beiden  Töchter  und ich im Wohnhaus der alten Schmiede.

Edgar Reitz war sofort von diesem noch ursprünglichen Anwesen begeistert und wollte unsere damalige fünfköpfige Familie für die Dauer der Dreharbeiten von ca. zweieinhalb Jahren ausquartieren und auch das Wohnhaus innen komplett in Beschlag nehmen um es umzugestalten. Das „künstlerische“ Erscheinungsbild, also Haare und Kleidung der Filmleute war meiner Schwiegermutter nicht ganz geheuer, wir Hunsrücker kannten ein solches Äußeres zu dieser Zeit nunmal nicht, darum entschied sie sich anfangs dagegen.

Letztendlich stimmte sie dann doch den Dreharbeiten im Gehöft zu, das  Wohnhaus wollten wir jedoch nicht räumen. Edgar Reitz und sein Team mieteten folglich im benachbarten Dorf Rohrbach ein komplett leerstehendes Wohnhaus für die Dauer der Dreharbeiten an. Hier entstanden dann die Innenaufnahmen für „Heimat“.

Zu Beginn der Dreharbeiten waren die Dorfbewohner und auch wir gegenüber den Filmleuten

immer noch ein wenig skeptisch, es wurde ja nicht chronologisch gedreht und niemand konnte sich vorstellen oder auch nur erahnen, was aus deren Arbeit einmal werden sollte.

Die anfänglichen Bedenken gegenüber Edgar Reitz und seinem damaligen Team

verflogen allerdings recht schnell und nach wenigen Wochen waren wir bereits ein Teil der

Produktionsgemeinschaft, durch welche wir manche Menschen kennen und lieben lernten, von deren Arbeit und Leben wir keine Vorstellung hatten. Einige Freundschaften pflegen wir noch heute, nach über 40 Jahren.

1983, nach dem Ende der Dreharbeiten, durften wir dann gemeinsam mit dem Produktionsteam alle elf Teile der Heimat beim WDR in Köln zwei Tage lang bestaunen.

Kein Dorfbewohner, kein Hunsrücker und auch meine Familie konnte nicht erahnen, dass dieser

Fernsehfilm ein Gassenfeger werden sollte und europaweit einen solchen Erfolg haben würde.

Nach der Ausstrahlung von „Heimat“ im Fernsehen 1984 war mit einem Schlag

die alte Dorfschmiede der Film-Familie Simon in Gehlweiler die bekannteste Schmiede der Welt,

die sie auch bis heute geblieben ist, was uns viele Besucher aus aller Welt bestätigen.

Man rechnete im Hunsrück nach dem Ende der Dreharbeiten allerdings nicht mit diesem großen Erfolg, daher wurden in den Jahren danach noch viele Bildtafeln an den ehemaligen Drehorten angebracht, um Besuchen interessante Informationen zu bieten.

 

Für uns alle ganz überraschend kam Edgar Reitz 2011 wieder nach Gehlweiler, denn

hier bei uns sollte nach fast 30 Jahren der Hauptdrehort für sein neustes  Werk „Die andere Heimat-Chronik einer Sehnsucht“ entstehen.

Meine Mutter war zu dieser Zeit Eigentümerin eines alten, kleinen Bauernhauses aus dem 17. Jahrhundert, also stellten wir Reitz das Gebäude für die Innenaufnahmen des

Kinofilms „Die andere Heimat“  zur Verfügung.

Nach monatelanger Arbeit hatte das Team um Toni Gerg die Innenräume in die eines alten Bauernhauses verwandelt und den Dorfmittelpunkt zu einem der 1850er Jahre umgestaltet.

Das kleine Filmhaus, welches an der Brücke steht, durfte aber erst nach der Premiere 2013 in Simmern für Besucher zugänglich gemacht  werden.

So war und ist Gehlweiler und der Hunsrück seit den Dreharbeiten von Edgar Reitz im  Jahr 1982 und 2012 ein Besuchermagnet für Menschen aus aller Welt.

 

Bild zur Meldung: Ein freudiges Wiedersehen nach 30 Jahren, Edgar Reitz, Gernot Roll, Brunhilde Dämgen und Carmen Dämgen

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