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Weiterer Leserbrief

31. 10. 2020

 

 

"Vernachlässigt und belächelt"

 

Herr Dämgen hat Recht: „Kulturförderung“ – das übersetzen Verwaltungsbeamte gerne mit „Förderung von Prestige-Objekten“. Gleichzeitig wird die gelebte Alltagskultur des „Schmelztiegels“ Hunsrück und seiner „kleinen Leute“, vernachlässigt, belächelt, abgewirtschaftet.

Am 10. Juli 2019, in jenem bunten Jahr des Kultursommers der „Heimat/en“, (was für eine wunderbare Wortschöpfung!), titelte die Rheinzeitung: „Die neue Lust der SPD auf Heimat“. Es folgte ein intelligenter Artikel darüber, wie die SPD sich in Sachen „Heimat“ neu positionieren will, und welche Stoßrichtung sie hat. Ich selbst war damals sehr hoffnungsfroh, denn ich habe die Aussagen des Dr. Alexander Schweitzer sehr ernst genommen. Der Schwung, der im Kultursommer RLP 2019 insbesondere von Simmern mit dem „Heimat/en-Festival“ ausging, schien doch wie geschaffen für eine Sensibilisierung in Sachen „Historie“ und „Gegenwart“, bzw. für das, was auf dem Weg in die Zukunft bewahrt gehört. Von „Prestigeprojekten“ war sympathischer Weise nicht die Rede, wohl aber vom Identifikationspotenzial, das von „Heimatkultur“ auch gerade für Zugereiste (so wie mich!) ausgeht. Was bietet sich da mehr an, als Menschen spüren und erleben zu lassen, wie wir wurden, was wir sind?

Die Burg Dill gehört unbedingt erhalten, ebenso wie die 500 Jahre alte Bibel, die dort zu bestaunen ist, und auch die Menschen, die sich für den Erhalt dieser Werte einsetzen, gehören gewürdigt und unterstützt. Das gilt umso mehr für private Initiativen wie die Kultur- und Heimatfreunde in „Schabbach“.  Jan Schneider hat völlig Recht: Auf eine „solche dichte und heterogene Begegnungsstätte“ wie das „Schabbach-Haus“, wofür sich ein ganzes Team jahrelang unbürokratisch und selbstlos engagiert hat, zu verzichten – das wäre erstaunlich kurzsichtig, und kulturlos! Ob man wohl die Finanzierung von Kulturprojekten etwas ausgewogener und vor allem volksnah gestalten könnte? Allein der politische Wille zählt. „Kultur von unten“ taugt natürlich nicht dafür, sich Medaillen an die Brust zu heften.

 

Leona Riemann, Gödenroth,

Autorin „Hunsrücker“

25. Oktober 2020

 

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